Lager 2023 - Kreuzfahrt im Mittelmeer

Tag 1 - Anreise nach Savona

Pratteln schlief noch, als sich an diesem kühlen, dämmrigen Samstagmorgen vorfreudige Musikanten und deren Freunde beim Schloss einfanden. Wir als JMP füllten den einen Bus, der von unserem Lieblingsbusfahrer Martin gefahren wurde, während der Anhang im zweiten Bus Platz nahm. Während es draussen langsam hell wurde, genossen wir die gute Stimmung im Bus in kribbeliger Erwartung. Nebst ein bisschen Nebel verlief die Fahrt reibungslos auch durch den Gotthard und Zoll. 

Nach knapp acht Stunden Fahrt hiess es endlich „il maareeee!“ (Victi) und kurz darauf trafen wir im Hafen von Savona ein, wo die Costa Smeralda bereits auf uns wartete. Für unseren Reiseleiter Martin folgten mit dem Öffnen der Bustüren dann die Turbulenzen. Schon im Vorlauf hatte er Nächte mit aufwändiger Organisation verbracht und nun ging es in diesem Stile weiter. Die Kofferetiketten mussten gleich nach Ankunft noch angebracht werden und die Kabineneinteilung erforderte geschicktes Verhandeln. Schliesslich schafften es alle durch das Check-In und wir wurden trotz oder gerade wegen all den Umständen von überaus motiviertem Personal begrüsst. Mit unserer persönlichen Costa Card, die uns viele aber nicht alle Türen öffnen würde, konnten wir uns nun auf die Suche nach unseren Kabinen machen. Einige Musikanten jedoch wurden vom Schiffspersonal aufgehalten und gebeten, das Schlagzeug von Deck 3 irgendwo unterzubringen. Das eigentlich versprochene Instrumentendepot sprengte wohl den Raum auf dem Schiffchen. Wieder ein Fall für Marcel & Martin. Nach vielem Hin und Her wurden die Percussion-Instrumente ins Zimmer von Marcel gebracht.

Nach keiner Verschnaufpause mussten wir orange Sicherheitswesten überziehen und den angeordneten Bereich auf dem Schiff aufsuchen. Stichwort Labyrinth. Belohnt wurde die Anstrengung dann von einem Drink auf dem oberen offenen Deck, wo sich einige Musikanten sogar ohne Absprache trafen. Sofort tauschten wir für die spätere Kommunikation Kontakte auf der Costa-App (auch eine Baustelle) aus. Währenddessen hatte die Smeralda abgelegt und wir staunten über das viele Wasser und die abendlichen Farben.

Gegen acht Uhr abends (inzwischen waren verschiedenste Bars, Liegestühle und Pools ausgetestet worden) machten wir uns bereit fürs Abendessen an den für uns reservierten Tischen. Leider mussten wir lange auf die Tische warten und das Wort „reibungslos“ wurde zu einer Illusion. Endlich hatten alle einen Platz gefunden und konnten ihr Rindsfiletmedaillon mit Sandkartoffeln bestellen.

Trotz dem späten Abendessen war die Nacht noch lange und wir kosteten die Partymöglichkeiten auf dem Schiff aus. Ein erster, ereignisreicher Tag ging zu Ende und weitere würden folgen.

Tag 2 - Marseille

Das erste Erwachen auf dem riesigen Kreuzfahrtschiff Costa Smeralda wurde begleitet von einem traumhaften Sonnenaufgang im Hafen Marseilles. Den konnte man am besten beim Frühstück auf Deck 8 beobachten.

Um 8.30 trafen wir uns in der Grand Bar Mastroianni auf Deck 6. Schon am Morgen gab es Änderungen. Da die Rederei Costa nicht erlaubte, dass wir eigene Busse hatten, mussten wir mit den ganzen anderen Passagieren in die Stadt fahren. Natürlich mussten wir für das Konzert das ganze Schlagzeug mitnehmen. Als wir es geschafft hatten und auch die letzten Mitglieder und die ganzen Instrumente angekommen sind, liefen wir 15 Minuten in ein grosses Einkaufszentrum, wo unser heutiges Konzert stattfinden sollte. Alle packten die Instrumente aus und stellten die Notenständer auf.  Wir waren bereit für das Konzert, als die Information kam, dass wir hier nicht spielen können. Dennoch konnten wir unser Gepäck, also die ganzen Rucksäcke und Instrumenten Koffer dort deponiert lassen. Vom Einkaufszentrum aus liefen wir also wieder los, zurück zur Cathédrale Sainte-Marie-Majeure de Marseille die am oberen Westrand des Hafens steht. Dort angekommen platzierten wir uns auf der westlichen Seite der Kathedrale und machten uns bereit für das Konzert. In unseren gelben Poloshirts und einem wunderschönen Blick auf das Meer gaben wir unser erstes Konzert auf der Reise. Nach einem Erfolgreichem Auftritt mussten wir wieder zum Einkaufszentrum laufen, um die Instrumenten Koffer zu holen und danach wieder zurück zur Kathedrale, um alles zu verpacken.

Dann hatten wir Freizeit, jeder konnte machen, was er wollte. Manche gingen wieder aufs Schiff, andere sahen sich noch ein wenig die Altstadt von Marseille an, weitere gingen Shoppen oder genossen einen Crêpe. Um 17.00 Uhr waren alle wieder an Bord. Nach dem das Schiff um 18.00 Uhr den Hafen verlassen hat, ging auch schon wieder langsam die Sonne unter. Mit einer kurzen Info von Marcel und Martin und einem köstlichen 4 Gang Abendessen ging der zweite Tag auch schon zu Ende.

Tag 3 - Barcelona

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht brach der dritte Tag unserer Schiffsreise an. Mit einer grossen Auswahl am Frühstücksbuffet stärkten wir uns für den heutigen Tag in Barcelona.
 
 
Um 9 Uhr traf die Costa Smeralda im Hafen ein, dort wo wir kurz darauf auch unsere lokalen Guides begrüssten. Nach einer kurzen Busfahrt und spannenden Erklärungen unserer Guides zu Barcelona erfolgte der erste Zwischenhalt mit einem kleinen Spaziergang. Jetzt konnten wir sie sehen: die weltbekannte Sagrada Familia. Eine einzigartige Kirche, welche wir von aussen bestaunen durften. Auf dem Weiterweg stoppten wir bei einer Bäckerei und konnten leckere Churros verköstigen. Mit den Bussen fuhren wir den Hausberg hoch bis zur Seilbahnstation im Parc Montjuic. Von den Gondeln aus hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf die Millionenstadt und ihren Hafen.
 
 
Nach einem kurzen Blick auf die grosse Burg Montjuic mussten wir bereits wieder runter zu unseren Bussen spazieren, diese brachten uns an Bahnhof «Estacion de Francia». Von dort aus begleiteten uns die Guides durch das gothische Viertel mit seinen zahlreichen engen mittelalterlichen Gassen bis hin zum berühmten Markt La Boqueria. Die Guides versorgten uns mit weiteren nützlichen Tipps zu Barcelona und verabschiedeten sich. In unserer restlichen Freizeit besuchten einige von uns den Markt, andere genossen den verdienten Lunch oder wollten sich den Trubel und die vielen Geschäfte an der bekannten Ramblas nicht entgehen lassen. Nach einem Tag mit vielen Eindrücken waren alle pünktlich um 17.30 Uhr zurück auf dem Schiff. 
 
 

Tag 4 - Palma

Nach einer erholsamen, aber kurzen Nacht, starteten wir mit einem schönen Sonnenaufgang in den Tag. Unser heutiges Ziel war Palma de Mallorca, welches an der Küste von Spanien liegt.

In den Morgensonnen genossen wir unser Frühstück in einem der vielen Restaurants an Bord.
Um 9:00 Uhr machte sich die erste Gruppe auf den Weg in die Stadt von Palma de Mallorca. Dort schauten sie sich die Stadt an und besuchten einige Wahrzeichen.

Nach 10:00 Uhr machte sich die zweite Gruppe auf den Weg zum Strand. Dieser war mit dem Car leicht zu erreichen. Hier verbrachten wir den Morgen damit, am Strand zu entspannen, im Meer zu schwimmen und die Sonne zu geniessen.
Gegen 16:30 Uhr mussten dann alle spätestens wieder zum Schiff zurückkehren, damit wir uns auf unser Konzert um 17:30 vorbereiten konnten.

Pünktlich um 17:00 Uhr besammelten wir uns im Teatro Sanremo, wo wir schliesslich um 17:30 unser erstes Konzert auf der Costa Smeralda gaben. Das Konzert dauerte etwa eine 1 Stunde. Wir spielten unser Konzertprogramm. Nach unserem erfolgreichen Konzert gingen wir Abendessen und liessen den Tag an einer Bar oder in der Disco ausklingen. 

Tag 5 - Schiffstag

Nach den drei intensiven Tagen in den Städten kam uns allen der Tag auf See sehr gelegen, sei es, um die herumgehende Grippe auszukurieren, den Schlafmangel wenigsten ein kleines bisschen zu lindern oder um den Rausch auszuschlafen. Da unser erster Fixpunkt an diesem Tag erst um zwei Uhr nachmittags angesetzt war, stand es uns offen, den Morgen nach eigenen Bedürfnissen zu gestalten. So kam es, dass einige um Neun schon durch die Gänge schlenderten und um Zehn ein Frühstück genossen, während andere noch tief und fest in ihrer Kabine schliefen. Je nachdem, wann man aufgestanden war, reichte es noch für ein Frühstück, wenn man jedoch zu spät beim Restaurant erschien, war dort schon das Mittagessen-Buffet offen und man musste sich mit einem Frühstücksmittagessen zufriedengeben. An Essen und Auswahl mangelte es uns nie und auch hier hatten wir die Möglichkeit, dann zu essen, wenn uns danach war.

Um 14.00 trafen wir uns in voller Uniform mit schwarzen langen Socken im „Teatro Sanremo“ um das Schlagzeug aufzubauen und die Bühne zu stuhlen. Als alles so weit bereit war, spielten wir uns mit einem Stufendiktat ein und begeisterten schon damit einige Zuhörer. Da es leider auf der Costa-App keine Ansage unseres Konzertes gab, mussten wir uns selber um die Werbung kümmern. Die Idee war, im Gänsemarsch durch die Decks zu laufen und den Passagieren mit einem Marsch einen musikalischen Vorgeschmack zu geben und sie damit anzulocken. Leider wurde uns dies aber von der Costa verboten und auch das Verhandeln und Betteln brachte uns nicht weiter, sodass wir uns mit einem musikalisch stummen Marsch begnügen mussten. Dafür glänzen unsere Instrumente und unsere Stimmen schallten durch das Schiff: „concerto alle tre“ und „Teatro Sanremo Deck 6“. Mit hoffentlich einigen Köpfen mehr, kehrten wir in unseren Konzertsaal zurück. Nach und nach füllte sich der Saal und wir machten uns bereit, sodass wir pünktlich um 15.00 das Konzert beginnen konnten. Auch bei diesem Konzert starteten wir nun fast schon traditionel mit dem Fahrtsmarsch. Die Qualität des Konzertes zu dem des Vortages hatte sich sichtlich gesteigert und wir waren alle zufriede. Zum Schluss wurde noch ein Happy Birthday vom ganzen Saal für unser Geburtstagskind Cedric Weisskopf gesungen, wodurch das Konzert einen krönenden Abschluss fand.

Bis zum Infotreffpunkt um 20.45 blieben nach dem Konzert noch fünf Stunden übrig, welche durch Barbesuche, Baden im Wirlpool, auf dem Schiff Herumstreunen und vielem Meer gefüllt wurden. Nach der Infobesammlung assen wir im Restaurant „La Colombina“ unser Abendessen und eröffneten dann den noch jungen Abend.

Tag 6 - Palermo

Heute stand ein Konzert in Palermo an. Vom Hafen aus fuhren wir mit einem Bus Richtung Innenstadt zum Teatro Massimo. Martin ist nicht nur unser Reiseleiter und Busfahrer, sondern vieles mehr. Hier auf dem Bild sieht man ihn zum Beispiel als Verkehrspolizist.

Um mehr Leute anzulocken machten wir eine Runde Marschmusik um das Theater herum. Dies zeigte Wirkung und wir hatten viele Zuhörer von Jung bis Alt.

Nach dem erfolgreichen Konzert durften wir uns alle als Belohnung ein Eis aussuchen. Dies wurde uns durch die Kreismusikschule ermöglicht. Vielen Dank dafür! Das Ganze musste natürlich noch mit einem Erinnerungsfoto auf der Treppe des Teatro Massimo festgehalten werden.
Danach hatten wir die Möglichkeit, die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust zu erkunden. Dort sind einige von uns auf Pin-Jagt für ihre Sammlung auf ihrer Uniform gegangen. Andere setzten es sich zum Ziel, die lokale italienische Küche zu testen und genossen noch das eint oder andere Stück Pizza, bevor es dann zurück aufs Schiff ging.

Tag 7 - Vatikan

Als wir aufgestanden sind, haben wir uns mit einem Frühstücksbuffet gestärkt und danach durfte unser Schiff auch schon Civitavecchia begrüssen. Nachdem wir alles gepackt haben, sind wir am Hafen in zwei Busse aufgeteilt worden und bekamen jeweils eine Reisebegleiterin, die uns auf der 60 Kilometer weiten Strecke vieles zeigte, zB. Die Geschichte über den Hafen oder über unsere späteren Destinationen. Da die Busse nicht auf den Strassen des Vatikan stehen durften, mussten wir in einem Parkhaus halt machen und von dort aus, mit ALLEN Instrumenten, zur Schweizergarde laufen. Zum Glück hat jeder mitgeholfen und kamen nach 10 Minuten Laufen an. Dort wurden wir von den Schweizergardisten in Empfang genommen und konnten unsere Instrumente in eine kleine Turnhalle verstauen.

Von 11:00 – 12:00 wurden wir dann durch das Quartier der päpstlichen Schweizergarde geführt, wir konnten unter anderem die Waffenkammer, der Esssaal, die Kleidung, die Kapelle usw. besichtigen. Später bekamen wir im Ehrensaal der Kaserne ein sehr leckeres Apéro von der Schweizergarde mit Pizza und allen möglichen Getränken im Austausch für ein Konzert. Das Konzert konnte ohne Probleme stattfinden, auch wenn wir Musikanten und Musikantinnen zum teil Krank waren, eine verstopfte Nase/Husten oder auch an der knallenden Sonne sehr heiss hatten, denn wir spielten schliesslich in unserer Uniform.

Leider hatten wir keine Zeit um Rom selber anzuschauen, da es direkt mit einem zweitem Konzert weiter ging. Alle Fans und fremde Touristen waren sehr euphorisch und filmten uns wärend dem Konzert auf dem Petersplatz. Um darauf spielen zu dürfen, mussten wir uns eine spezielle  Genehmigung holen und Kontakte spielen lassen, weil dort gibt es sehr sehr selten Konzerte. Danach haben wir Fotos mit der ältesten Kirche der Welt gemacht, der Petersdom und darin bekamen wir auch eine einstündige Führung mit einem Tourguide.

Leider mussten wir danach schnell wieder mit den zwei Bussen aufs die Costa Smeralda und bekamen die restlichen Infos zur Ausschiffung am morgrigen Tag. Der Tag haben wir mit einem köstlichen Abendessen mit dresscode be italian und einem langen letzten Barbesuch mit vielen Cocktails ausgeklungen.

Tag 8 - Heimreise

Der letzte Tag brach an, jeder musste noch seine sieben Sachen packen und der Kabine Lebewohl sagen. Am Frühstückstisch sah man die Erschöpfung der Woche und es wurde noch ein letztes Mal vom All-Inklusiv profitiert.

Kurz später wurden die Busse und der Anhänger beladen, die lange Fahrt konnte starten. Im Bus schliefen zunächst viele von uns, nach einiger Zeit lief aber Musik und die Stimmung wurde wieder locker und ausgelassen.

Nach 4,5h Fahrt hielten, um uns mit Sandwiches und Getränken zu verpflegen und Martin eine dreiviertelstündige Pause zu gönnen. Während der Fahrt gab es viele Tunnels, zu dieser Gelegenheit hatten wir dieses Lied: 

Tunnel, Tunnel
Tunnel, Tunnel, Tunnel
Fahre mir ihne,
denn wird’s dunkel!
Fahre mir use,
denn wird’s hell!

Spät abends nur ca. 1.5 Stunde von zuhause entfernt hatten wir nochmals die Möglichkeit, uns im Burger King oder Coop mit Snacks einzudecken. Oder, ganz JMP-like, einige Bier für die letzten Meter der Heimfahrt zu kaufen.
Kurz vor Pratteln hörten wir einige Durchsagen von Ramon, Victi, Martin & Marcel. Wir sind alle sehr dankbar für die tolle, aufwendige Organisation und, dass wir diese Woche gemeinsam verbringen durften. 
Am Ende des Applauses natürlich unser Spruch:


 Wär sin mir?
Die Beschte!
Was wän mir?
Go Feschte!
Wär sin mir?
JMP! JMP!